3 Tipps und 2 Übungen um den eigenen Selbstwert zu steigern und erfüllter zu leben

Selbstwert. Dieses Wort klingt nicht sexy, sondern eher klinisch. Wer will schon zugeben, dass er ein Problem mit seinem Selbstwertgefühl hat. Niemand. Doch fast alle Menschen haben mehr oder weniger ein Problem mit ihrem Selbstwert und erkennen es meist erst dann, wenn ihnen das Wasser bis zum Hals steht.

Ich behaupte, dass es nicht entscheidenderes, fundamentaleres und wichtigeres gibt, als dieses Gefühl. Wie siehst du dich selbst und welchen Wert schreibst du dir selbst tief in deiner Seele zu? Die Antwort darauf bestimmt, welche Qualität dein Leben in allen Bereichen hat.

Was versteht man unter Selbstwert?

Selbstwert ist der Wert, den wir unbewusst über uns selbst hegen - unabhängig von allen äußeren und inneren Gegebenheiten. Ein hohes Selbstwert spiegelt sich dadurch wieder, dass wir uns bedingungslos selbst lieben, uns selbst und unsere derzeitige Situation akzeptieren, selbstverantwortlich leben, uns unser selbst bewusst sind und somit ein sehr erfülltes, harmonisches Leben in allen Bereichen führen.

Menschen mit einem ­starken Selbstwertgefühl unterscheiden sich grundlegend von Narzissten, also von Menschen, die sich krankhaft selbst lieben. In Wahrheit benötigt ein Mensch, der ein hohes Selbstwertgefühl hat, keinerlei Bestätigung von anderen Menschen. Er zieht seinen Wert aus seinem Inneren - aus seinem Selbstwert.

Warum ist der Selbstwert so wichtig?

Wir merken sehr schnell, wie es mit unserem Selbstwertgefühl bestimmt ist, wenn wir in unser Leben schauen. Frauen, Beruf, Menschen, der Markt, deine Situation, dein Chef... alles reflektiert uns gnadenlos zurück, wo wir mit unserem Selbstwert stehen und was wir über uns und über die Welt denken. Vielleicht läuft auch vieles super, jedoch verspüren wir eine innere Leere, die wir zu füllen versuchen.

Um die Grundlage dafür zu schaffen, der Meister unserer Lebensumstände und unser inneres Wohlbefindens zu werden, müssen wir lernen, unser Selbstwertgefühl zu steuern. 

Selbstwert steigern

Den eigenen Selbstwert zu steigern kann für viele Menschen eine große Transformation bedeuten. Haben wir es erst einmal drauf, unser Selbstwertgefühl sukzessive und automatisch zu steigern, stellen sich immer mehr innere und äußere Durchbrüche in unserem Leben ein.

Übung #1: Suche nicht im Außen

In jungen Jahren machen viele von uns den Fehler, dass sie ihren Wert im Außen suchen. Wir knüpfen unseren Selbstwert an eigenen Leistungen, an Erfolg im Beruf, an Erfolg im Privatleben, oder vielleicht sogar an der Beschaffenheit unseres Körpers oder am Besitz materieller Güter. Das Ergebnis ist anfangs sehr positiv. Wir bauen uns etwas auf, trainieren unseren Körper, strengen uns in unserem Beruf an und werden vielleicht sogar viel Geld verdienen und erfolgreich sein.

Doch die Motivation dahinter ist bei den wenigsten Menschen, dass sie das wirklich aus dem Herzen machen, sondern eher aus einem gewissen Geltungsbedürfnis. Sie erhoffen sich Lob, Anerkennung und Wertschätzung von anderen Menschen. Doch dies wird niemals eintreffen und wenn doch, wird es uns niemals langfristig glücklich machen. Aus Beobachtung kann ich ganz klar sagen, dass uns keine Anerkennung von anderen Menschen oder Besitztümer langfristig glücklich machen können.

Im Prinzip gibt es genau zwei Sorten von Menschen, die ihren Selbstwert außerhalb von sich selbst suchen. Beide werden früher oder später unglücklich mit ihrem Leben.

Die einen suchen ihren Selbstwert im Außen und finden binnen weniger Wochen, Monate oder auch Jahre den materiellen oder zwischenmenschlichen Erfolg, den sie sich erhofft haben. Nun leben sie einige Zeit in Fülle, doch nach einem gewissen Zeitraum stellt sich zunehmend eine innere Leere ein. Ihre Reaktion darauf ist, dass sie versuchen, noch mehr im erreichen oder zu besitzen, um diese Leere zu füllen. Vergebens. Ab diesem Zeitpunkt werden jene Menschen immer depressiver und kommen in einen Teufelskreis. Was auch sehr oft vorkommt ist, dass sich diese Menschen selbst sabotieren, indem sie zb. Drogen nehmen, Alkohol missbrauchen und/oder ihren materiellen Erfolg zunichte machen.

Die andere Sorte sucht ihren Selbstwert auch im Außen, doch schafft es, aufgrund verschiedener Gründe, nicht die erhofften Lebensumstände zu manifestieren. In den meisten Fällen liegt das daran, dass die betroffenen bereits ein so stark mangelndes Selbstwertgefühl haben, dass sie die ersehnten Umstände nicht in ihr Leben lassen können. Auch diese Menschen kommen in einen Teufelskreis, indem sie nach Lösungen für ihr Problem suchen, jedoch nicht verstehen, dass es mit ihrem Selbstwertgefühl zusammen hängt. In dieser Zeit sind sie sehr anfällig für vielfältige Abzocken, wie Esoterik-Angebote oder Schnell-Reich-Werden Systeme.

Das Problem ist immer das gleiche: Wir dürfen die Erfüllung und unseren Selbstwert niemals im Außen suchen. Natürlich ist es schön und angenehm ein Leben in Fülle zu leben. Jedem sei dies gegönnt. Nur sollten wir verstehen, dass eines der hermetischen Gesetze lautet: Wie innen, so außen. Die Fülle, welche wir uns im Leben erhoffen, muss also, unabhängig von äußeren Gegebenheiten, in uns selbst ruhen.

Übung Nummer 1 lautet daher: Mach dir bewusst, wo du deinen Selbstwert von äußeren Faktoren abhängig machst. Werde dir bewusst, dass du deinen Selbstwert nur in dir selbst erkennen kannst. Nur dort gibt es die Fülle, nach der du suchst und sobald du sie in dir selbst gefunden hast, wird sie auch Einzug in dein Leben nehmen. Du bist genau so wertvoll, wie du es dir selbst zuschreibst. Akzeptiere, dass dein Wert zu 100% aus deinem Inneren kommt und brenne diese Tatsache tief in dein Unterbewusstsein ein.

Übung #2: Selbstwertschätzung

Besorge dir ein Tagebuch. Nun schreibst du in dein Tagebuch täglich 5 Dinge auf, die du gut gemacht hast, die du an dir selbst magst, was du an dir wertschätzt.

Gerade in der westlichen Welt und vor allem im Deutschsprachigen Raum leiden wir unter der Krankheit: "Leistung gegen Anerkennung.". Doch sobald du erkennst, dass dein Wert von innen kommt, erkennst du, dass dein Selbstwert erscheint, ohne, dass du etwas dafür leisten musst.

Vergiss also nicht, vorrangig Dinge aufzuschreiben, für die du nichts leisten musstest - also Dinge, die so schon da sind, wie zum Beispiel "deinen Sinn für Humor" oder "die Tatsache, dass du ein guter Zuhörer bist.

Übung #3: Dankbarkeit

Neben der Selbstwertschätzung ist die Dankbarkeit ein weiteres sehr wichtiges Tool, das du jeden Tag anwenden kannst. Nun schätzen wir gezielt äußere Umstände, Gegebenheiten und Menschen, die in unser Leben treten.

Alle großen Religionen lehren, dass wir dankbar sein sollen. Dankbarkeit ist ein geistiges Prinzip, das noch mehr von dem erscheinen lässt, wofür du dankbar bist. Umgekehrt gilt das gleiche und vielleicht kennst du es aus deinem Leben: Du denkst über etwas Negatives nach und es scheint immer schlimmer zu werden. Denkst du hingegen daran, wie gut die Dinge laufen, bekommst du automatisch gute Gefühle und alles läuft mehr und mehr wie geschmiert.

Schreibe also jeden Tag viele Dinge auf, für die du dankbar bist, um deinen Selbstwert zu steigern. Das können einfache Sachen sein, wie zb. deinen Job, deine Kinder oder alleine die Tatsache, dass du in deiner Wohnung wohnst und nicht auf der Straße oder in einem Land, wie Nordkorea. Vielleicht sieht dein Leben jetzt noch nicht so aus, wie du willst. Wisse aber, dass es sich nur durch eine dankbare Haltung verändern kann und niemals, indem du gegen die jetzige Situation ankämpfst.

Bewerte niemanden

Nun ist es wichtig, darauf zu achten, niemanden negativ zu bewerten. Oft machen wir den Fehler, un eine Meinung über andere zu bilden und zu denken: "Der ist klein.", "Der sieht nicht intelligent aus." oder "Sie ist nur Putzfrau". Warum ist das ein Fehler? Immer, wenn wir andere abwerten, werten wir uns innerlich selbst ab. Das liegt daran, dass unser Unterbewusstsein nicht zwischen uns selbst und anderen unterscheiden kann. Die negative Energie des Abwertens kommt zu dir zurück, wenn du andere Menschen, auch nur in Gedanken, negativ bewertest.

Übung #4: Entscheidungen

Der schwerste aber effektivste Schritt zu mehr Selbstwert ist der, Entscheidungen zu treffen, von denen man genau weiß, dass sie richtig sind. Wie kann man das veranschaulichen?

Wenn du ein Bewusstsein hast, dass schlechte Ernährung schädlich für deinen Körper ist, du dennoch jeden Tag zu MC Donalds rennst, dann schwächt das dein Selbstwert extrem. Das ist so, weil dein Unterbewusstsein sich nach und nach fragt: "Warum geht der zu MC Donalds, wenn er weiß, dass es ungesund ist? Der muss davon überzeugt sein, dass er nicht viel wert ist. 

Das Prinzip kann man auf alle Lebensbereiche übertragen. Du weißt genau, dass du mit positiven Menschen zusammen sein willst, hängst aber aus Gewohnheit immer noch mit deiner Clique zusammen, die dich mental runterzieht. Dann sinkt dein Selbstwert, weil du nicht das machst, was dein tiefstes inneres möchte. Du hörst nicht auf deine innere Wahrheit, sondern gibst dich deinen Gewohnheiten hin. Und immer, wenn du das tust, sinkt dein Selbstwert massiv.

Doch was passiert, wenn du in deinem täglichen Leben etwas machst, was dich von Tag zu Tag ein kleines Stück näher zu deinen gesunden Zielen bringt, wie Abnehmen oder bessere Freunde? Dann wirst du merken, wie dein Selbstwert mit jedem Schritt und mit jeder Handlung steigt.

Übung #5: Positiv Handeln

Achte bei allem, was du tust darauf, dass:

  • es dienlich für dich ist. Schaue, dass du deiner Leidenschaft, deinen Interessen, deinen Stärken und Werten folgst
  • es deiner persönlichen Entwicklung, dein Bewusstsein und das Gute in dir stärkt
  • die Leben anderer Menschen in irgendeiner Form bereichert und besser macht. Jedes mal, wenn du positive Energie in das Leben eines anderen Menschen bringst, steigt dein Selbstwert massiv.
  • es sich langfristig positiv auf die Gesellschaft und die Welt auswirkt

Auf diese Weise wirst du feststellen, dass du Teil von etwas größerem bist, als du selbst und sein Selbstwert wird ganz automatisch gesteigert.